Film:ReStored. Das Filmerbe-Festival

26. bis 29. Oktober 2017

An vier Tagen präsentiert das Filmerbe-Festival Film:ReStored, das die Deutsche Kinemathek für den Kinematheksverbund ausrichtet, Kinopremieren digital restaurierter Filme aus sieben Jahrzehnten deutscher Filmgeschichte. Begleitet werden die Vorführungen von einer Konferenz mit Vorträgen, Podiumsrunden und Werkstattgesprächen, die den Erhalt des Filmerbes im digitalen Zeitalter ins Licht rücken.

> Zum Programm Film:ReStored_02

 

Filmreihe Filmspotting – Erkundungen im Filmarchiv der Deutschen Kinemathek

DER LETZTE MANN (D 1924) von Friedrich Wilhelm Murnau
 

30. Oktober 2017, 19 Uhr Buchpräsentation und Filmvorführung

Kino Arsenal, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin

DER LETZTE MANN mit Emil Jannings in der Hauptrolle gilt bis heute als eine der bedeutendsten Arbeiten der Stummfilmzeit. Das Drama über einen Hotelportier, der aus Altersgründen zum Toilettenputzer degradiert wird, fiel vor allem durch eine neue Kameratechnik auf. Die entfesselte – d.h. sich frei im Raum bewegende – Kamera schuf eine Bildsprache, die das Innenleben des Portiers widerspiegelte und machte Murnau berühmt. Die Musik für die Uraufführung des Films komponierte Giuseppe Becce, sie wurde zur Restaurierung des Films neu bearbeitet.
Die Musik für die Uraufführung des Films komponierte Giuseppe Becce, sie wurde zur Restaurierung des Films neu bearbeitet. Individuelle Begleitmusiken für Filme waren in Zeiten des Stummfilms eher ungewöhnlich. Die Pianisten mussten in der Lage sein, sich auf unterschiedliche Filmvorführungen schnell einzustellen. Hilfreich war dabei das Allgemeine Handbuch der Film-Musik, das Becce 1927 gemeinsam mit seinen Kollegen Hans Erdmann und Ludwig Brav verfasste. Das Werk setzte Standards für die Musikbegleitung von Stummfilmen. Die Musikwissenschaftlerin Maria Fuchs machte es zum Gegenstand ihrer Promotion über die Theorie und Praxis der Stummfilmmusik in der Weimarer Republik.

Im Anschluss: Filmgespräch der Musikwissenschaftlerin Maria Fuchs

Neue Ausstellung!

Die Ufa – Geschichte einer Marke

24.11.2017 bis 22.04.2018

UFA – mit diesen drei Buchstaben verbindet sich eine nunmehr hundertjährige Film- und Fernsehgeschichte. Die im Dezember 1917 gegründete „Universum Film AG“ wurde binnen Kurzem zur bedeutendsten deutschen Filmproduktionsgesellschaft. Heute ist die „UFA GmbH“ Marktführer der Fernsehproduktion in Deutschland. Mit der Sonderausstellung „Die Ufa – Geschichte einer Marke“ zeigt die Deutsche Kinemathek Strategien auf, mit denen das Wirtschaftsunternehmen auf ästhetische und technische Entwicklungen sowie gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen der jeweiligen Zeit reagierte. Damit reflektiert die Ausstellung auch beispielhaft die Entwicklung der audiovisuellen Medien vom Ersten Weltkrieg bis heute.

Robby Müller – Master of Light

6. Juli 2017 bis 5. November 2017

Mit der Sonderausstellung Robby Müller – Master of Light richtet das Museum für Film und Fernsehen den Blick auf einen der einflussreichsten Kameramänner des internationalen Kinos. Die tanzende Björk in einem Fabrikgebäude, der in einem Kanu dahingleitende Johnny Depp oder die schöne Nastassja Kinski im leuchtend pinkfarbenen Pullover – Müller ist der Kameramann, der große kinematografische Momente in modernen Klassikern geschaffen hat.

Internationale Laufbahn

Seine Aufgaben als Director of Photography übernimmt Müller nach seinem Abschluss 1964 an der Nederlandse Filmacademie (Amsterdam) zunächst in Deutschland. Hier arbeitet er neben Wim Wenders mit Regisseuren und Autoren wie Edgar Reitz, Hans W. Geißendörfer oder Peter Handke zusammenarbeitet und prägt den Look des Neuen Deutschen Films. Mit Jim Jarmuschs düsteren 1990er-Jahre Filmen  GHOST DOG (1999) und DEAD MAN (1995) fotografiert er später zentrale Werke des amerikanischen Independent Kinos. Unter Lars von Triers Regie experimentiert er mit der Handkamera in BREAKING THE WAVES (1996) und mit neuen Bildtechniken in DANCER IN THE DARK (2000).

Kunstvolle Reduktion

Starren Systemen, überflüssigen Vorschriften und einer konventionellen Arbeitsweise gegenüber abgeneigt, bleibt Müller während seiner gesamten Karriere dem eigenen Ansatz treu: keine unnötigen technischen Hilfsmittel, keine übertriebene Ausleuchtung und keine effektheischende „Kamera-Akrobatik“, wie er es nennt. Die visuelle Gabe des Niederländers genießt weltweit große Anerkennung, seine Arbeit ist vielfach ausgezeichnet.

Ausstellungskonzept

Die vom EYE Filmmuseum Amsterdam konzipierte Ausstellung versucht sich dem visuellen Scharfsinn des Niederländers und der Vielschichtigkeit seiner Werke auf drei Ebenen anzunähern: Neben großflächigen Projektionen ausgewählter Filmszenen, berichten Regisseure wie Wim Wenders, Lars von Trier, Jim Jarmusch und Steve McQueen in Interviews von Müllers herausragenden Fähigkeiten als Kameramann. Einblicke in sein Privatarchiv bereichern die Schau durch Dokumente und Skripte, Dutzende Filmaufnahmen beschreiben sein Leben am Set wie ein Tagebuch. Die Kamerafrau Claire Pijman hat mehrere hundert Stunden Filmmaterial gesichtet, nach Motiven geordnet und zu Videoschleifen zusammengeschnitten, die auf verschiedenen Bildschirmen zu sehen sind. Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung eine Auswahl seiner Polaroid-Fotos. Sie veranschaulichen Müllers fotografische Denkweisein in Bezug auf Farbe, Licht, Schatten und Komposition, die auch für seine Filme so charakteristisch ist. Auf diese Weise macht die Polaroid-Serie Robby Müller einmal mehr zum „Master of Light“.